Ozempic-Engpässe 2026: Wie sicher ist die Versorgung?

Apothekerin in deutscher Apotheke informiert Patienten über Ozempic-Lieferengpässe 2026

Seit 2023 reißen die Meldungen zu Lieferengpässen bei Ozempic nicht ab. Ärztinnen, Apotheker und Patientinnen mussten Packungsgrößen ausweichen, Dosierungen umstellen oder zeitweise sogar auf andere GLP-1-Medikamente wechseln. Für viele stellt sich deshalb die Frage: Wie wird die Lieferlage 2026 aussehen – entspannter oder bleibt Ozempic Mangelware?

In diesem Artikel fassen wir den aktuellen Stand (Ende 2025) zusammen, zeigen, wie Behörden und Hersteller reagieren und geben eine realistische Einordnung, was Diabetes- und Adipositas-Patienten für 2026 erwarten können.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Er soll helfen, das Versorgungsthema besser einzuordnen und das Gespräch mit Ärztinnen und Ärzten vorzubereiten.

Rückblick: Warum es seit 2023 immer wieder zu Ozempic-Engpässen kommt

Ozempic (Semaglutid) ist ursprünglich zur Behandlung des Typ-2-Diabetes zugelassen. In Deutschland werden GLP-1-Rezeptoragonisten von der Arzneimittelbehörde BfArM als versorgungskritisch eingestuft, weil sie für viele Patientinnen und Patienten therapeutisch schwer ersetzbar sind.

Seit 2022/2023 kamen mehrere Faktoren zusammen:

  • Explosionsartige Nachfrage – insbesondere durch den weltweiten Hype um Ozempic als „Abnehmspritze“ und andere GLP-1-Medikamente. Mehr dazu in unserem Überblick zu Abnehmspritzenund speziell zur Ozempic-Abnehmspritze.
  • Off-Label-Verordnungen bei Adipositas, also Einsatz zur Gewichtsreduktion außerhalb der ursprünglichen Diabetes-Zulassung, der den Verbrauch zusätzlich erhöht.
  • Begrenzte Produktionskapazitäten, der Hersteller konnte die Nachfrage nicht im gleichen Tempo hochfahren, was zu globalen Lieferengpässen geführt hat.

Ab 2023 gab es in vielen Ländern immer wieder Hinweise auf eingeschränkte Verfügbarkeit bestimmter Stärken und Packungsgrößen von Ozempic, besonders bei Einstiegsdosierungen wie 0,25 mg und 0,5 mg, die für neue Patientinnen und Patienten wichtig sind.

In Informationsschreiben und Fachinformationen wurde zeitweise empfohlen, Neuverordnungen kritisch zu prüfen und den Fokus auf bereits behandelte Diabetes-Patienten zu legen, um deren Therapie nicht zu gefährden.

Aktuelle Lage Ende 2025: Entspannung, aber noch kein Normalbetrieb

Stand November 2025 ergibt sich ein gemischtes Bild:

  • Das BfArM führt GLP-1-Rezeptoragonisten weiterhin als versorgungskritische Wirkstoffgruppe und beobachtet die Lage eng.
  • In einzelnen Stärken und Packungsgrößen von Ozempic kommt es nach wie vor zu zeitlich begrenzten Lieferengpässen.
  • Gleichzeitig wird die Versorgung mit GLP-1-Arzneimitteln insgesamt von Behörden als grundsätzlich gesichert bewertet, Engpässe einzelner Präparate können teilweise durch andere Wirkstoffe derselben Gruppe kompensiert werden.

In Europa gehen Aufsichtsbehörden davon aus, dass Engpässe bei GLP-1-Präparaten, darunter Ozempic, zumindest bis Ende 2025 in unterschiedlicher Ausprägung anhalten können. Global betrachtet ist der Markt nach wie vor angespannt, aber deutlich geordneter als im Peak 2023/2024.

Kurz gesagt: Die Lage ist stabiler als in den Vorjahren, aber noch nicht so, dass alle Stärken jederzeit unbegrenzt verfügbar wären.

Prognose 2026: Wird die Ozempic-Versorgung wieder normal?

Eine hundertprozentig sichere Vorhersage gibt es nicht. Aber auf Basis der aktuellen Entwicklungen lassen sich realistische Szenarien für 2026 ableiten.

Produktionskapazitäten: Hersteller rüsten massiv auf

Der Hersteller von Ozempic investiert seit Jahren in neue Werke und den Ausbau der Produktionskapazitäten, weil GLP-1-Präparate wie Ozempic und Wegovy inzwischen zu den umsatzstärksten Arzneimitteln weltweit gehören. Gleichzeitig steigt der Druck von Politik und Behörden, versorgungskritische Engpässe zu vermeiden.

Das spricht dafür, dass sich die Grundversorgung 2026 weiter verbessert, insbesondere für die Kernindikation Diabetes.

Wettbewerb: Mehr Alternativen entlasten Ozempic

Mit Wegovy, Mounjaro (Tirzepatid), Saxenda, Rybelsus und weiteren GLP-1/GIP-Präparaten stehen zunehmend Alternativen zu Ozempic zur Verfügung.

Je stärker diese Medikamente für Adipositas breit verfügbar werden, desto eher löst sich der Druck von Ozempic als „Ersatz-Abnehmspritze“. Das ist ein zentraler Hebel, um Lieferengpässe zu entschärfen. Einen Überblick über die wichtigsten Wirkstoffe findest du in unserem Vergleichsartikel Ozempic, Wegovy, Mounjaro, Saxenda & Rybelsus im Vergleich.

Regulierung: Priorität für Diabetes-Patienten

Behörden und Fachgesellschaften betonen, dass Ozempic primär für Menschen mit Typ-2-Diabetes reserviert werden soll. Für Adipositas stehen dafür zugelassene Alternativen wie Wegovy zur Verfügung.

Es ist wahrscheinlich, dass 2026 weiterhin Mechanismen greifen, die Neuverordnungen begrenzen, wenn Engpässe drohen, etwa durch Priorisierung, Substitutions-Empfehlungen oder zeitweilige Hinweise an Ärztinnen und Ärzte.

Realistische Szenarien für 2026

  • Basisszenario: Die Versorgung mit Ozempic für bestehende Diabetes-Patienten ist überwiegend gesichert. Es kann aber weiterhin zu temporären Engpässen einzelner Stärken kommen, die durch Ausweichpräparate oder andere GLP-1-Medikamente abgefedert werden.
  • Optimistisches Szenario: Dank Kapazitätsausbau und besser verteilter Nachfrage (mehr Wegovy-/Mounjaro-Verordnungen bei Adipositas) treten nur noch selten Engpässe auf.
  • Worst-Case-Szenario: Ein unerwarteter Nachfrageanstieg, Produktionsstörungen oder regulatorische Probleme führen regional erneut zu einschneidenden Lieferproblemen.

Aus heutiger Sicht (Ende 2025) spricht mehr für das Basis- bis optimistische Szenario aber lokale oder zeitliche Engpässe im Jahr 2026 bleiben realistisch.

Was bedeutet die Lieferlage 2026 für verschiedene Patientengruppen?

Menschen mit Typ-2-Diabetes

Für Patientinnen und Patienten, die bereits stabil auf Ozempic eingestellt sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Therapie 2026 fortgeführt werden kann. Behörden und Hersteller priorisieren diese Gruppe ausdrücklich.

Trotzdem gilt:

  • Frühzeitig Rezept einlösen: Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin, wie früh du dein Rezept in der Apotheke einlösen solltest, um Engpässen vorzubeugen.
  • Alternativen kennen: In manchen Situationen kann ein Wechsel auf andere Semaglutid-Präparate oder vergleichbare GLP-1-Rezeptoragonisten sinnvoll sein, etwa Rybelsus (orale Semaglutid-Tablette) oder andere Wirkstoffe. Einen guten Überblick bietet unsere Seite zur Abnehmspritze bei Diabetes.

Menschen mit Adipositas, die Ozempic Off-Label nutzen

Wer Ozempic vor allem zur Gewichtsreduktion nutzt, ist von möglichen Engpässen tendenziell stärker betroffen, schon allein, weil die Behörden hier weder Priorität noch eine explizite Zulassung sehen.

Für diese Gruppe rücken 2026 eher folgende Optionen in den Fokus:

  • Wechsel auf zugelassene Adipositas-Medikamente wie Wegovy oder andere Abnehmspritzen mit offizieller Indikation.
  • Nutzung telemedizinischer Programme, die sich auf Adipositas spezialisiert haben, z. B. unsere getesteten Anbieter Juniper, DoktorABC oder Zavamed.

Wichtig: Welches Präparat eingesetzt wird, muss immer individuell medizinisch entschieden werden, insbesondere mit Blick auf Nebenwirkungen, Vorerkrankungen und das Risiko von Muskelverlust unter GLP-1.

Maßnahmen von Behörden und Herstellern gegen Engpässe

Damit sich Situationen wie 2023/2024 nicht unkontrolliert wiederholen, wurden verschiedene Maßnahmen angestoßen:

  • Engpass-Monitoring: Das BfArM führt eine öffentliche Liste versorgungskritischer Arzneimittel (inkl. GLP-1-Agonisten) und veröffentlicht regelmäßig Informationen zur Verfügbarkeit.
  • Frühe Engpass-Meldungen: Hersteller müssen Lieferprobleme frühzeitig melden, damit Apothekerinnen und Ärzte reagieren können.
  • Koordination auf EU-Ebene: Die EMA koordiniert Maßnahmen gegen Arzneimittelengpässe und kann z. B. Empfehlungen zu Umstellungen oder Importlösungen aussprechen.
  • Priorisierung der Indikation: Fachgesellschaften und Hersteller appellieren, Ozempic indikationsgerecht bei Diabetes einzusetzen und für Adipositas auf zugelassene Alternativen zurückzugreifen.

Diese Maßnahmen werden 2026 eine wichtige Rolle spielen, um die Situation weiter zu stabilisieren.

Gefährlicher Nebeneffekt: Fälschungen und Schwarzmarkt

Der weltweite Hype um Ozempic und andere GLP-1-Präparate hat einen ungewollten Nebeneffekt: gefälschte Pens und illegale Online-Angebote.

Behörden wie EMA, WHO und nationale Aufsichten warnen seit 2023/2024 wiederholt vor:

  • falschen Ozempic-Pens im Großhandels- oder Parallelhandelsweg
  • illegalen Online-Shops, die angebliche „Abnehmspritzen“ ohne gültige Zulassung verkaufen
  • Produkten mit falscher Dosierung, ohne richtigen Wirkstoff oder mit potenziell gefährlichen Verunreinigungen

Vor diesem Hintergrund ist es 2026 noch wichtiger, auf seriöse Bezugsquellen zu achten. In unserem Ratgeber Abnehmspritze kaufen: Online-Apotheke oder Arzt? zeigen wir, woran du vertrauenswürdige Anbieter erkennst und warum „Abnehmspritze ohne Rezept“ ein klares Warnsignal ist.

Wie du dich als Patientin/Patient auf mögliche Engpässe 2026 vorbereitest

Auch wenn sich die Lage voraussichtlich entspannt, bleibt es sinnvoll, sich aktiv vorzubereiten:

  • Frühe Terminplanung: Plane Kontrolltermine und Folgerezepte rechtzeitig, damit kein Therapie-Loch entsteht.
  • Engpass offen ansprechen: Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt offen über Versorgungssorgen, viele Praxen haben interne Strategien, z. B. rechtzeitige Dosisanpassung oder Alternativpräparate.
  • Alternativen kennen: Informiere dich über Alternativen wie Wegovy, Mounjaro, Saxenda und Rybelsus, unser Vergleichsartikel zu Ozempic, Wegovy, Mounjaro, Saxenda & Rybelsus ist ein guter Einstieg.
  • Keine Hamsterkäufe: Mehrere Pens „auf Vorrat“ zu horten, verschärft Engpässe und ist medizinisch meist nicht nötig.
  • Nur geprüfte Anbieter nutzen: Unser Überblick zu seriösen Online-Anbietern hilft dir bei der Einordnung.

Medizinische Aspekte nicht aus dem Blick verlieren

Die Lieferlage ist nur eine Seite der Medaille. Genauso wichtig ist, die medizinischen Chancen und Risiken von GLP-1-Präparaten zu verstehen.

Zur Vertiefung:

Diese Artikel helfen dir, die Lieferfrage nicht isoliert zu betrachten, sondern in den Gesamtkontext von Wirksamkeit, Sicherheit, Nebenwirkungen und Kosten einzuordnen.

Fazit: 2026 bleibt ein Übergangsjahr mit vorsichtiger Entspannung

Die gute Nachricht: Im Vergleich zu 2023/2024 deutet vieles darauf hin, dass sich die Ozempic-Versorgung 2026 weiter stabilisiert, vor allem für Menschen, die das Medikament zur Diabetesbehandlung benötigen.

Die weniger gute Nachricht: Vollständig verschwinden werden Engpässe voraussichtlich noch nicht. Einzelne Stärken oder Packungen können weiterhin phasenweise knapp werden. Die Situation bleibt dynamisch, beeinflusst von Nachfrage, Produktionskapazitäten, Konkurrenzpräparaten und regulatorischen Vorgaben.

Entscheidend ist deshalb:

  • eng mit der behandelnden Praxis im Kontakt bleiben,
  • seriöse Informationsquellen, etwa unser GLP-1-Ratgeberportal, zu nutzen und
  • frühzeitig Alternativen zu kennen, falls es doch wieder zu Engpässen kommt.

So lässt sich die eigene Therapie, ob bei Diabetes oder Adipositas, auch in einem Übergangsjahr wie 2026 möglichst sicher und stabil planen.

Dein persönlicher Abnehmspritzen-Kostenrechner

Mit unserem interaktiven Abnehmspritze-Kostenrechner kannst du die monatlichen und jährlichen Ausgaben für WegovyOzempicRybelsusSaxenda oder Mounjaro einfach berechnen.


Über uns

Dieser Blog wird von einem Redaktionsteam aus Ernährungswissenschaftlern, Medizinjournalisten und Ärzten betreut.

Alle Inhalte sind sorgfältig recherchiert, medizinisch geprüft und basieren auf aktuellen Studien sowie offiziellen Gesundheitsquellen (u. a. EMA, BfArM, Fachliteratur). Hinweis: Unsere Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung, sondern dienen der neutralen Information.

Medizinisches Forschungsteam mit Mikroskop – wissenschaftliche Expertise hinter unserem Abnehmspritzen-Ratgeber

Ähnliche Beiträge