Nebenwirkungen & Risiken

Die Abnehmspritze gilt für viele als Durchbruch im Kampf gegen Übergewicht. Doch wie jedes Medikament können auch GLP-1-Präparate wie Ozempic, Wegovy, Mounjaro oder Saxenda Nebenwirkungen haben.

Häufige Nebenwirkungen (kurzfristig)

Viele Patient:innen berichten in den ersten Wochen nach Beginn der Behandlung über Magen-Darm-Beschwerden. Dazu gehören:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Bauchschmerzen und Blähungen
  • Völlegefühl oder Appetitlosigkeit

Diese Nebenwirkungen treten häufig auf, klingen aber bei den meisten nach einigen Wochen wieder ab.

Seltenere, aber relevante Nebenwirkungen

Neben den typischen Begleiterscheinungen gibt es auch weniger häufige, die dennoch ärztlich abgeklärt werden sollten:

  • Gallenblasenprobleme (z. B. Gallensteine)
  • Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)
  • Veränderungen beim Blutzucker (Hypo-/Hyperglykämie)
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit

Langfristige Risiken – was ist bekannt?

Da viele GLP-1 Medikamente noch relativ neu für den Einsatz bei Adipositas zugelassen sind, laufen aktuell große Langzeitstudien. Erste Ergebnisse zeigen:

  • Positive Effekte: bessere Blutzuckerwerte, reduziertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Unklare Risiken: Langzeiteffekte auf Organe wie Schilddrüse oder Bauchspeicheldrüse sind noch nicht abschließend bewertet.

Wer sollte vorsichtig sein?

Nicht jede Person ist für eine Abnehmspritze geeignet. Vorsicht ist geboten bei:

  • Menschen mit Vorgeschichte von Pankreatitis
  • Patient:innen mit schweren Magen-Darm-Erkrankungen
  • Menschen mit bestimmten Tumorarten in der Familie (z. B. Schilddrüsenkarzinom)
  • Schwangeren und Stillenden

Hier sollte immer eine individuelle ärztliche Abwägung erfolgen.

Tipps zum Umgang mit Nebenwirkungen

Viele Beschwerden lassen sich durch kleine Anpassungen im Alltag reduzieren:

  • Essen langsam steigern: kleinere Mahlzeiten, weniger Fett, ausreichend Flüssigkeit
  • Arzt kontaktieren, wenn Symptome stärker oder ungewöhnlich sind
  • Nicht eigenmächtig absetzen: Dosisanpassung immer in Absprache mit dem Arzt

Arzt aufsuchen: Wann wird es ernst?

Sofort medizinische Hilfe suchen solltest du bei:

  • starken Bauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen
  • anhaltendem Erbrechen
  • Gelbfärbung der Haut oder Augen (Hinweis auf Leberprobleme)
  • ungewöhnlichen Knoten oder Schwellungen im Halsbereich

Ärztliche Einschätzung ist Pflicht

Die Entscheidung für eine Abnehmspritze sollte nie ohne ärztliche Begleitung erfolgen. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die Therapie geeignet ist, Risiken minimiert werden und die Wirkung überwacht wird.

Weiterführende Ratgeber

Nebenwirkungen und Risiken gehören bei jeder medikamentösen Therapie dazu. Wichtig ist, sie zu kennen, einzuschätzen und bei Bedarf medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Mit ärztlicher Begleitung überwiegen für viele Patient:innen die Vorteile einer Abnehmspritze deutlich.

Häufige Fragen zu Nebenwirkungen & Risiken der Abnehmspritze

Welche Nebenwirkungen sind bei Abnehmspritzen am häufigsten?

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen oder Blähungen. Diese treten oft zu Beginn auf und klingen meist nach einigen Wochen ab.

Können Abnehmspritzen langfristige Schäden verursachen?

Langzeitstudien laufen noch. Bisherige Daten zeigen positive Effekte auf Blutzucker und Herzgesundheit. Unklar sind jedoch mögliche Langzeitrisiken für Schilddrüse oder Bauchspeicheldrüse – daher ist ärztliche Begleitung Pflicht.

Ab wann sollte ich bei Nebenwirkungen zum Arzt gehen?

Bei starken Bauchschmerzen (insbesondere mit Ausstrahlung in den Rücken), Gelbfärbung der Haut oder Augen, anhaltendem Erbrechen oder ungewöhnlichen Knoten im Halsbereich solltest du sofort ärztliche Hilfe suchen.

Wer sollte keine Abnehmspritze verwenden?

Personen mit einer Vorgeschichte von Pankreatitis, schweren Magen-Darm-Erkrankungen, bestimmten Tumoren (z. B. Schilddrüsenkrebs) sowie Schwangere und Stillende sollten die Behandlung nicht beginnen.

Kann ich etwas gegen die Nebenwirkungen tun?

Ja. Kleinere Mahlzeiten, eine fettarme Ernährung, langsames Steigern der Dosis (immer nach ärztlicher Vorgabe) und ausreichend Flüssigkeit helfen vielen Patient:innen. Bei starken oder ungewöhnlichen Beschwerden sollte sofort der behandelnde Arzt informiert werden.